Margit Friedlmayer

Schulleiterin
Klassenlehrerin

Waldorflehrerin zu sein, bedeutet für mich meinen Traumberuf ausüben zu können. Mit Kindern zu arbeiten führt dazu, sinnvoll, wertgeschätzt und freudig tätig sein zu können. Meine Berufung auszuüben ist ein Privileg, das mir nicht selbstverständlich in den Schoß fiel, sondern über einige Umwege gelang es mir erst in meinem letzten Berufsdrittel dieser Tätigkeit nachgehen zu können. Als Waldorflehrerin muss man beziehungsfähig und fleißig sein, gerade in einer Gründungsschule sind dies Grundbedingungen, da wir als selbstorganisierte und selbstfinanzierte Gemeinschaft auf die Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder angewiesen sind. Es ist kein nine-to-five-Job, aber das war sowieso nie mein Ding. Alles was ich machte, versuchte ich immer richtig und gut zu machen, da ich mit mir selbst zufrieden sein möchte und das geht nun mal nicht indem man nur das Minimum macht. 

Als ich mich beruflich veränderte war dies kein unüberlegter Schritt, da die Abgabe der Verantwortung für meinen Betrieb mit damals 7 Angestellten nicht leichtfertig und schnell erfolgen konnte, sondern gesichert in gute Hände übergeben werden sollte. Meine Ausrichtung immer möglichst viel Spaß und Freude im Leben zu haben geht im Umfeld Schule gut, auch wenn unsere Pädagogik zumeist aus Unwissenheit heraus manchmal belächelt wird und mit Halbwahrheiten konfrontiert ist. In der heutigen Zeit arbeiten wir in einem Feld einer Kommentierungskultur, die oft nicht durch Wahrhaftigkeit und Wohlwollen geprägt ist. Durch meine Tätigkeit an unserer Schule kann ich aktiv dazu beitragen, dass unsere Schulgemeinschaft von Dialog, Offenheit und gegenseitiger Unterstützung lebt - und meine eigene Präsenz so einbringen, dass sie andere ermutigt, aus Wahrhaftigkeit und Wohlwollen heraus zu sprechen und zu handeln. 

Ich habe es geschafft im Leben anzukommen, ein erfülltes Leben zu führen, obwohl der Beruf nicht gut bezahlt und das Gebiet kaum geachtet ist. ABER, was wirklich wichtig ist, dass mich die Menschen, die meine Arbeit und die meiner Kolleginnen erleben, wertschätzen und keinem Meinungskorridor folgen, der außer dem Wort Namentanzen nichts über uns weiß. Meine Schulkinder, deren Eltern und meine KollegInnen sind mir wichtig und dass DIESE MENSCHEN es gut finden was ich tue. Kinder danken einem alles was in sie investiert wird, mit ihrer Bereitschaft, ihrer Hingabe, ihrem Vertrauen und offenen Herzen. Ich arbeite im für mich schönsten Beruf der Welt in unserer wunderbaren jungen, innovativen Schule voller warmherziger, guter Menschen. Danke Leben!!